Drucken

22. September 2017

Ein Projekt der Superlativen

Mitglieder des Logistikclusters Region Basel erfuhren am cluster-lunch in der Handelskammer beider Basel, mit welchen Herausforderungen ein Logistik-Verantwortlicher am weltweit zweitgrössten Tattoo konfrontiert wird. 

 

 Daniel Uhlmann erzählt es nicht ohne Stolz. Die Firma Basel Tattoo Productions organisiert seit über zehn Jahren erfolgreich einen der grössten Anlässe in Basel. Es begann in den Jahren 2004/2005 mit einem bescheidenen Eishallen-Tattoo in Basel. Uhlmann kamen dabei seine Berufserfahrungen bei der Kantonspolizei Basel-Stadt und bei einem Versicherungsunternehmen zugute: Ihm half sein Wissen über Gesetze und Vorschiften und sein Verständnis für Sicherheit.

 

Klein angefangen und hoch hinaus

Heute besteht das Organisations-Komitee aus 16 Festangestellten und 500 freiwilligen Helfern. Der Anlass generiert eine Wertschöpfung in der Region von über 200 Millionen Franken. Pro Jahr und Spielzeit finden sich 100 000 Besucher in Basel ein. Das Kasernenareal in Kleinbasel wird dann für zwei Wochen zu einem Logistik-Zentrum vor historischer Kulisse umgewandelt. Nicht nur die bekannten Melodien, sondern auch die besondere Kulisse in der Kaserne Basel machten Basel Tattoo zu dem, was es heute ist: Eines der erfolgreichsten und weltweit zweitgrössten Tattoos überhaupt.

 
Logistische Meisterleistung

Die Verschiedenheit der logistischen Herausforderungen kennt kaum Grenzen. Für die über 10 000 Musiker, fast alle Soldaten, werden 80 000 Unterkünfte reserviert. Ihre Instrumente werden gesondert transportiert. Und im alten Kasernengebäude steht ihnen die wohl weltgrösste Garderobe zur Verfügung. Das heisst, alle Musiker können in Freizeitkleidung anreisen und sich kurz vor ihrem Auftritt in unmittelbarer Nähe zur Bühne umziehen. «Dieser Service ist einzigartig», betont Uhlmann.

 

Besonderes und Kurioses

Eine besondere Herausforderung besteht zuweilen darin, Bestimmungen und Auflagen einzuhalten. Da sind zum Beispiel die Kühe, die für einen speziellen Auftritt am Tattoo in unmittelbarer Nähe in original nachgebauten Kuhställen - mitten in der Stadt - artgerecht gehalten werden müssen. Ein Veterinär achtet darauf, dass die Tiere während dieser Zeit auch genügend Auslauf bekommen. Für eine ganz andere Showeinlage werden spezielle Motorräder eingesetzt. Sie haben keine Strassenzulassung und dürfen deshalb nur auf Anhängern auf das Kasernengelände gebracht werden. Die letzten Meter müssen sie gar von Hand gestossen werden.

In der anschliessenden Diskussionsrunde stand Uhlmann Rede und Antwort. Ein Auszug:

 

Wie werden für die logistischen Aufgaben Aufträge vergeben?

Die Firma arbeitet mit zwei bis drei Unternehmen zusammen. Inzwischen sind diese gut aufeinander eingespielt, so dass eine jährliche neue Ausschreibung wenig Sinn ergibt.

 

Gibt es alternative Standorte für diesen Anlass?

Das war bisher kein Thema. Die Kulisse auf einem ehemaligen Kasernenareal passt perfekt für Soldaten, die musizieren und kann gar nicht mehr getoppt werden. Das möchte man unbedingt beibehalten.

 

Was hat Sie bei der Organisation an ihre Grenzen gebracht?

Die grösste Herausforderung war und ist die Zufahrt auf das Kasernengelände. Es gibt nur ein einziges Tor durch das alle Zulieferer fahren können. Sämtliche Transporte müssen hier durch. Und die Durchfahrt ist zeitlich begrenzt. Wenn hier mal jemand ein Auto parkiert und verschwindet, dann haben wir ein ernstes Problem. Und das haben wir jedes Jahr mindestens einmal.

 

Martin Dätwyler dankte dem Referenten und lud zum anschliessenden Apéro ein. Sein Fazit: «Ohne Logistik gäbe es kein Tattoo».

Artikel teilen

per E-Mail weiterleiten

Das könnte Sie auch interessieren