Drucken

14. Juni 2018

Basel - globaler Hub für Güter

Im Herzen Europas gelegen ist Basel ein bedeutendes Logistikzentrum und ein wichtiger Knotenpunkt im Land-, Wasserund Luftverkehr. Die Wirtschaft lebt vom reibungslosen Austausch von Gütern – die Logistik-Branche bildet das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft.

 

Basel ist weltweit als bedeutender Pharmastandort bekannt. Was viele nicht wissen: Nicht nur die Pharmaindustrie verleiht der Wirtschaft unserer Region grossen Schub. Neben den Life Sciences und der Finanzindustrie gehört die Logistik zu den grössten Branchen der Region Basel. Rund 1'000 Logistikunternehmen schaffen 18'000 Arbeitsplätze und bilden jährlich in unserer Region gegen 500 Lernende aus. Damit gehören sie zu den wichtigsten Arbeitgebern und Lehrbetrieben.

 

Bedeutende Wertschöpfung

Die Logistiker der Region Basel generieren pro beschäftigte Person eine Nettowertschöpfung von rund 150'000 Franken. Dies ergibt für die regionale Logistikbranche eine Gesamtwertschöpfung von rund drei Milliarden Franken. Diese herausragende Marktstellung ist einerseits bedingt durch die geografische Lage Basels im Herzen Europas: Mit Rheinhäfen und binationalem Flughafen, aber auch mit bedeutenden Strassen- und Eisenbahnverbindungen ist Basel das Gateway der Schweiz. Andererseits ist dies aber auch auf die hohe Aussenhandelsorientierung der Schweiz zurückzuführen. In Basel und Umgebung werden jährlich insgesamt 20 Millionen Tonnen Wirtschaftsgüter importiert oder exportiert. Dies entspricht rund 30 Prozent des schweizerischen Aussenhandels.

 

Wenig beachtete Branche

Dennoch wird die Leistung der Logistikbranche noch immer zu wenig wahrgenommen – von der Bevölkerung, von der Politik und von der Verwaltung. Häufig geht vergessen, dass gerade die Logistik eine Grundvoraussetzung dafür ist, dass ein Land überhaupt erfolgreich wirtschaften kann. Hier gibt der Logistikcluster Region Basel Gegensteuer. Der Logistikcluster setzt sich dafür ein, die Interessen der Branche zu vertreten und die Region Basel als wichtigsten Logistikstandort der Schweiz zu positionieren. Er will eine Brücke zwischen Logistik, Verladern, Politik, Verwaltung, Behörden und der Gesellschaft schlagen und künftige Herausforderungen der Logistik erkennen und erfolgreich meistern. In der heutigen Zeit, wo alles immer schneller gehen muss und Landes- oder Wassergrenzen kaum mehr eine Rolle spielen, ist die Branche besonders gefordert. Insbesondere auch die voranschreitende Digitalisierung stellt die Logistik vor neue Herausforderungen. Da können Netzwerk, Experten und Forscher des Logistikclusters Basel die Unternehmen unterstützen und mit dem Blick von aussen helfen, neue Wege einzuschlagen und Innovationen voranzutreiben. Will man auf neue Logistikinfrastrukturen setzen, ist Basel für die kommenden Jahrzehnte sicher der beste Ort: Es liegt zentral an der Nord-Süd-Achse des transeuropäischen Verkehrskorridors und als «Tor zur Schweiz» auch künftig am Puls der Warenströme.

 

Logistikcluster Region Basel

Der Logistikcluster Region Basel hat es sich zum Ziel gesetzt, die Region Basel als Logistikstandort noch besser zu positionieren. Um dies zu erreichen, fokussiert der Logistikcluster auf folgende Schwerpunktthemen:

 

Infrastrukturentwicklung und Raumplanung:

Im Interesse der Güterverkehrswirtschaft nimmt der Logistikcluster Region Basel vermehrt Einfluss auf Verkehrsinfrastruktur-Programme von Bund und Kantonen. Ziel ist es, ein integrales Güterverkehrskonzept der Region Basel für die Jahre 2025/30 zu entwickeln. Schwerpunkte sind unter anderem die Trassensicherung im Schienenverkehr, eine effiziente Abwicklung des Güterverkehrs an Grenzübergängen oder zusätzliche Umschlagsflächen für Container, wie das trimodale Containerterminal Basel Nord. Das neue Hafenbecken stellt den künftigen Anschluss des Containerterminals an die Binnenschifffahrt sicher und ermöglicht die nachhaltige Entwicklung des Containerverkehrs per Schiff. Gleichzeitig fördert das geplante Hafenbecken 3 die Wettbewerbsfähigkeit der Logistikregion Basel, sichert Arbeitsplätze in der Schweiz und bildet eine wichtige Voraussetzung zur Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene. Bei der Raumplanung setzt sich der Logistikcluster für die Anliegen der Branche ebenfalls mit Verve ein. Logistikflächen müssen insbesondere in der abgestimmten Richtplanung Basel-Stadt und Basel-Landschaft gesichert werden.

 

Innovation und Digitalisierung:

Neben der Sensibilisierung der Logistikunternehmen für die fortschreitende Digitalisierung gilt es, die Potenziale durch die Digitalisierung im Transport- und Logistikbereich auszuloten. Generell soll der Austausch innerhalb der Branche, aber auch zu anderen Fachexperten, beispielsweise der IT-Branche, gefördert werden.

 

Bildung:

Neben ihrem prioritären Ziel, Jugendliche frühzeitig für die Logistik und ihre vielfältigen Ausbildungswege und Berufschancen zu begeistern, gilt es auch, die Innovationsförderung in der Logistik zu etablieren und die Weiterbildung auf Hochschulniveau zu integrieren.

 

Dialog und Netzwerk:

Der Logistikcluster sieht eine wichtige Aufgabe darin, durch den Dialog das öffentliche Bewusstsein über die hohe Bedeutung der Logistikbranche zu steigern. So organisiert er verschiedene Veranstaltungen und lancierte eine griffige Plakat- und Inseratekampagne.

 

Klar ist: Ohne Logistik läuft nichts im Alltag. Ihre Dienstleistungen bilden das Rückgrat unserer Industrie, unserer Wirtschaft, unseres täglichen Lebens. Mit ihrer Investition in die Logistik investiert die Region Basel in Wirtschaft, Prosperität und Lebensqualität der Schweiz.

 

Logistikcluster Region Basel

Die Handelskammer lancierte 2011 den Logistikcluster Region Basel gemeinsam mit den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft, den Branchenverbänden ASTAG Nordwestschweiz, Spedlogswiss Nordwestschweiz sowie der Schweizerischen Vereinigung für Schifffahrt und Hafenwirtschaft wie auch den Infrastrukturbetreibern EuroAirport und den Schweizerischen Rheinhäfen. Im Jahr 2015 konnten der Verband öffentlicher Verkehr sowie der VAP als weitere Mitglieder der Trägerschaft gewonnen werden. Seit 2017 wirkt auch die Tessiner Handelskammer in der Trägerschaft des Clusters mit. Dank dieser Public Private Partnership profitieren alle Partner von einem grossen Erfahrungsschatz und gebündelten Kompetenzen. Die Zusammenarbeit von Markt und Staat fördert das gegenseitige Vertrauen, ermöglicht günstige Rahmenbedingungen, entlastet die öffentliche Hand und stärkt die Akzeptanz und das Image der Logistikbranche.

 

Dieser Text wurde erstmals veröffentlicht im tribune 1/2018 - Unternehmensverantwortungs-Initiative:

http://www.hkbb.ch/Standortpolitik/Aktuell/tribune_12018_-_Unternehmensverantwortungs-Initiative

Martin Dätwyler​​
​Vorsitzender Ausschuss​
m.daetwyler@hkbb.ch
T +41 61 270 60 80​

Artikel teilen

per E-Mail weiterleiten

Das könnte Sie auch interessieren